Organisation: Regimenter / Polky

Die Datenbank "sql_cossacks" bildet die Regimenter zunächst nach einem ganz einfachen Prinzip ab, ‐ dem der Territorialregimenter, wie sie seit spätestens 1638 üblich werden. Dieses Ordnungsprinzip ist selbstverständlich stark vereinfachend und betont eine organisatorische Strukturiertheit, die bei den Steppenkosaken gar nicht anzutreffen war. Schon die Frage, von wann an sich ein Regiment als territoriale Einheit verstanden haben könnte, muß wohl für jedes einzelne Regiment gesondert beantwortet werden; ‐ die Steppenkosaken haben sich bis in das 18. Jh. eher als Personenzusammenschlüsse (Haufen) gesehen denn als organisierte Territorialeinheiten.

Die Namen der Regimenter dürfen nur als Bezeichnung für die jeweiligen Herrschaftszentren genommen werden. Sie kennzeichnen lediglich, von wo aus die Regimentsführung ihre Macht ausgeübt hat, nicht aber wie weit der Herrschaftsanspruch der jeweiligen Ranginhaber ins Territorium hinein gewirkt hat.

Auch die Zusammensetzung der Regimenter, also die Zugehörigkeit bestimmter sotni (Hundertschaften) zu einem Regiment, konnte wechseln. Ein Problem in der Darstellung der Regimenter über eine Datenbank gestützte Anwendung besteht daher darin, die Veränderungen in der Kosakenorganisation transparent darzustellen. Wählt man (wie hier geschehen) den "territorialen" Aspekt als regierendes Element, so steht man sehr schnell vor dem Problem, diesen organisatorischen Wandel auch in den Unterstrukturen schlüssig darzustellen. Dieses Problem wurde dadurch behoben, dass nur sporadisch existierende Regimenter den langlebigeren territorialen Einheiten untergeordnet wurden. Das Regiment "Starodub" erscheint demnach sowohl als eigenständiges Regiment (für den Zeitraum seiner Eigenexistenz) als auch im Zusammenhang mit dem Regiment Černihiv.

Weitere Spielarten des Regiments, die eigentlich nicht in das Raster der hier gewählten Darstellungsart passen, sind generell "irreguläre" Verbände (wie Verbände zum Zwecke eines Kriegs- oder Seezuges mit der Stärke eines Regiments) oder diejenigen "polky", die v.a. in den 1660er Jahren in der Auseinandersetzung der het'man-Aspiranten eine gewisse Rolle als intern-kosakische "Söldnerheere" spielten. Diese wurden in der Datenbank als Unterkategorien der Regimenter eingepflegt, die denen der "Truppengattung" sehr nahe kommen. Damit mag man dem einzelnen Verband zwar nicht ganz gerecht werden, sie alle zeichnen sich aber durch einen speziellen Auftrag (Kriegszug) oder durch eine Spezialisierung der Kriegführung (Reiterei, Fußtruppe etc.) aus. Allen gemeinsam ist, dass sie durchgehend nicht dauerhaft aufgestellt worden sind; – selbst wenn dies der Titel "kinnota" oder "pichota" zunächst nahelegt. Eine wissenschaftliche Würdigung haben diese Einheiten bisher jedoch meines Wissens nach noch nicht erfahren.